Aging ParentsEltern das Smartphone beibringen, ohne dass beide genervt sind
Priya Nair 10 Min. LesezeitFang bei einem Grund an, der ihnen wichtig ist, und nicht bei den Funktionen, die dir wichtig sind. Uebt eine einzige Faehigkeit pro Besuch, und das Handy bleibt dabei die ganze Zeit in ihrer Hand, auch wenn es langsamer geht. Schreib die Schritte in ihren eigenen Worten auf Papier und leg den Zettel dorthin, wo das Handy liegt. Mach vorher das Geraet leichter, mit groesserer Schrift, weniger Apps und lauterem Klingelton, statt am Menschen zu arbeiten.
Ich habe meinem Vater dreimal gezeigt, wie man einen Videoanruf annimmt, und dreimal habe ich ihm dabei das Handy aus der Hand genommen. Beim vierten Mal hat er gesagt, dass er das offensichtlich nicht lernen wird, und das Geraet auf den Couchtisch gelegt. Er hatte nicht unrecht, nur lag es nicht an ihm.
Was ich getan hatte, war das, was fast alle tun. Ich habe erklaert, waehrend meine Finger die Arbeit gemacht haben. Wer nur zusieht, lernt nichts, sondern bekommt nur bestaetigt, dass es zu schnell geht. Die Erinnerung an eine Handbewegung entsteht in der Hand und nicht im Ohr.
Das hier ist die Methode, die bei uns dann funktioniert hat. Sie ist langsamer, sie kommt mit weniger Themen pro Besuch aus, und sie hat aus einem Streitthema ein normales Stueck Sonntagnachmittag gemacht.
Fang damit an, warum es sich fuer sie lohnt
Niemand lernt eine Technik, weil sie existiert. Menschen lernen sie, weil sie etwas bekommen, das sie wollen. Bei aelteren Eltern ist das fast nie die Funktion, ueber die wir reden, sondern etwas sehr Konkretes aus ihrem Alltag.
- Die Enkel sehen, ohne auf einen Besuch warten zu muessen.
- Fotos bekommen und darauf antworten, statt sie nur gezeigt zu bekommen.
- Den Fahrplan selbst nachsehen, statt jemanden zu fragen.
- Beim Arzt die Termine finden, ohne den Zettel zu suchen.
- Nicht mehr das Gefuehl haben, bei jedem Familienthema aussen vor zu sein.
Frag also zuerst, was sie gern koennen wuerden, und faengt genau dort an. Wenn die erste Faehigkeit eine ist, die sie sich selbst gewuenscht haben, ueberlebt sie die Woche bis zum naechsten Besuch. Wenn sie von dir kommt, ueberlebt sie meistens bis zur Haustuer.
Der schnellste Weg, jemandem etwas beizubringen, fuehrt ueber etwas, das er ohnehin schon tun wollte.
Eine Faehigkeit pro Besuch, und das Handy bleibt in ihrer Hand
Die beiden wichtigsten Regeln passen in eine Zeile. Ein Thema pro Besuch, und du fasst das Geraet nicht an. Beide fuehlen sich beim ersten Mal falsch an, weil du in zwanzig Sekunden erledigen koenntest, wofuer ihr jetzt sieben Minuten braucht.
Diese sieben Minuten sind aber der eigentliche Unterricht. Wer selbst tippt, merkt sich, wie weit oben rechts das Symbol sitzt und wie sich das Wischen anfuehlt. Wer zusieht, merkt sich nur, dass jemand anderes es kann. Setz dich neben sie und nicht gegenueber, dann seht ihr denselben Bildschirm aus demselben Winkel.
- 1Sag, was ihr heute uebt. Ein Satz, ein Thema, kein Anhaengsel.
- 2Zeig es einmal, mit deinem eigenen Handy. Ihres bleibt bei ihnen liegen.
- 3Lass sie es machen, ohne Zwischenrufe. Zaehl innerlich bis fuenf, bevor du hilfst.
- 4Wiederholt es dreimal. Beim dritten Mal ohne jede Ansage von dir.
- 5Beendet es beim Erfolg. Nicht noch schnell eine zweite Sache.
Saetze, die den Unterricht kippen lassen
- Gib mal her. Damit endet das Lernen fuer diesen Besuch.
- Das ist doch ganz einfach. Wenn es einfach waere, saessest du nicht hier.
- Das habe ich dir letztes Mal gezeigt. Stimmt und hilft niemandem.
- Nein, nicht da, da. Zeigen statt sagen, oder besser, kurz warten.
Alles auf Papier, in ihren Worten
Am Ende jeder Uebung entsteht ein Zettel. Nicht von dir formuliert, sondern von ihnen diktiert. Du fragst, wie sie es jemandem am Telefon erklaeren wuerden, und schreibst genau das mit, samt der Woerter, die technisch falsch sind, aber fuer sie stimmen.
Ein Zettel in fremder Sprache hilft niemandem. Wenn deine Mutter das gruene Symbol den Hoerer nennt und den Startbildschirm die erste Seite, dann steht das so auf dem Zettel. Sie liest es in vier Tagen um zwanzig Uhr allein, und dann zaehlt nur, ob ihre eigenen Worte darauf stehen.
- Ein Blatt pro Aufgabe. Nicht ein Heft mit allem.
- Grosse Schrift, kurze Zeilen. Lesbar auch ohne Brille auf dem Tisch.
- Die Schritte nummeriert. Drei bis fuenf, nicht mehr.
- Ein Bild pro Schritt, wenn du magst. Ein Foto vom Bildschirm reicht.
- Ablage direkt beim Handy. Neben der Ladeschale, nicht in einer Schublade.
Wenn es um mehr geht als um Bedienung, etwa um Termine oder Medikamente, dann gehoert das auf ein eigenes Blatt und in ein eigenes Gespraech. Wie sich das ohne Kontrolle organisieren laesst, steht in Medikamentenplan fuer Eltern ohne Kontrolle.
Bring deine Familie heute näher zusammen.
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Erst das Geraet leichter machen, dann den Menschen fordern
Sehr viel von dem, was wie Ueberforderung aussieht, ist schlicht ein schlecht eingestelltes Geraet. Bevor du Unterricht gibst, verbring zwanzig Minuten mit den Einstellungen. Das ist der Teil, den du ausnahmsweise selbst machen darfst, am besten waehrend sie danebensitzen und sehen, was verschwindet.
- 1Schrift groesser und Kontrast hoeher. Das loest mehr Probleme als jede Uebung.
- 2Startbildschirm leerraeumen. Sechs bis acht Apps, alles andere in einen Ordner.
- 3Klingelton laut und lang. Dazu Vibration an.
- 4Wichtige Kontakte nach oben. Mit Foto, weil Bilder schneller erkannt werden als Namen.
- 5Automatische Sperre spaeter. Kurze Sperrzeiten sind der haeufigste Frustgrund.
- 6Werbebenachrichtigungen aus. Jede unnoetige Meldung frisst Vertrauen ins Geraet.
Weniger auf dem Bildschirm bedeutet mehr Sicherheit im Umgang. Ein aufgeraeumtes Handy laesst weniger Fehler zu, und weniger Fehler heisst weniger Momente, in denen jemand denkt, er sei zu alt dafuer. Genau dieses Denken ist der eigentliche Gegner, nicht die Technik.
Und wenn ihr ohnehin am Handy sitzt, richtet gleich den Familienchat mit ein. Wie das ueber drei Generationen hinweg friedlich bleibt, steht in Familien-Gruppenchat ueber drei Generationen.
Betrug, Standort und die Wuerde dabei behalten
Zwei Themen kommen unweigerlich, und beide sind heikel, weil sie schnell nach Bevormundung klingen. Das erste sind Anrufe und Nachrichten von Betruegern. Das zweite ist Standortteilen. Beide funktionieren nur, wenn sie als Werkzeug fuer sie und nicht als Aufsicht ueber sie eingefuehrt werden.
Beim Thema Betrug hilft eine einzige Regel mehr als jede Aufklaerung ueber Maschen. Kein Geld und keine Daten am Telefon, egal wer anruft, sondern immer erst auflegen und in der Familie nachfragen. Diese Regel ist kurz genug, um sie unter Druck zu erinnern. Die Hintergruende dazu stehen in Eltern vor Telefonbetrug schuetzen.
Beim Standort entscheidet die Richtung. Wenn nur sie geteilt werden, ist es Aufsicht. Wenn alle im Kreis dieselbe Mitgliederliste sehen und du fuer sie genauso sichtbar bist wie sie fuer dich, ist es Gegenseitigkeit. Be Closer ist kostenlos zum Herunterladen, gibt es in 13 Sprachen und kommt auf 4,4 Sterne aus mehr als 150.000 Bewertungen im App Store und bei Google Play bei ueber 10M Downloads. Fuer die Einrichtung ist Standort teilen mit Oma und Opa einrichten der ruhigste Weg.
- Erklaere den Zweck in einem Satz. Damit niemand raten muss, wenn es spaet wird.
- Richte es gemeinsam ein. Sie tippt, du sagst, was kommt.
- Zeig ihnen, was sie von dir sehen. Sichtbarkeit in beide Richtungen.
- Sag, wie man es abschaltet. Wer abschalten kann, fuehlt sich nicht ausgeliefert.
Mein Vater nimmt Videoanrufe inzwischen an, ohne dass jemand dabei zusieht. Es hat vier Besuche gedauert, es liegt ein Zettel mit dem Wort Hoerer darauf neben der Ladeschale, und er erklaert es mittlerweile seinem Nachbarn. Genau das ist das Ziel: nicht, dass sie es koennen, wenn du daneben sitzt, sondern dass sie es koennen, wenn du nicht da bist.
Die Fragen,

Priya writes about the family members we care for at every age, parents living alone, dogs that bolt at squirrels, and the quiet worry in between. She writes the way she checks in: gently, and always dignity first.
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