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Alle RatgeberEin Handy mit einer Familienkarte liegt im Morgenlicht auf der Kuechenarbeitsplatte neben einer Tasse KaffeePrivacy & Trust

Verbraucht Standortteilen viel Datenvolumen?

Portrait of Daniel Reyes, who writes the privacy and technology guides for Be CloserDaniel Reyes 9 Min. Lesezeit

Nein. Eine Standortmeldung besteht aus ein paar Zahlen, ungefaehr so gross wie eine kurze SMS, deshalb steht das Teilen im Hintergrund ganz unten in jeder Verbrauchsstatistik. Datenvolumen kostet vor allem das Anschauen der Karte, weil Kartenbilder schwer sind. Mit einem kleinen Prepaid-Tarif gilt: Karte seltener oeffnen, Teilen einfach anlassen.

Eine Mutter aus Leipzig hat mir eine sehr vernuenftige Frage geschickt. Ihr Sohn ist in der sechsten Klasse, faehrt mit dem Rad zur Schule und hat einen kleinen Prepaid-Tarif, bei dem das Datenvolumen in der letzten Woche des Monats regelmaessig knapp wird. Sie wollte wissen, ob eine Familien-App das Guthaben heimlich auffrisst. Etwas, das staendig laeuft, muss doch teuer sein.

Die Annahme ist nachvollziehbar und trotzdem falsch, und es lohnt sich zu verstehen, warum. Das Missverstaendnis kommt von einem falschen Bild im Kopf. Viele stellen sich vor, eine Standort-App uebertrage etwas Lebendiges, eine Liveansicht, eine bewegte Karte, ein Bild der Strasse. Das stimmt nicht. Sie uebertraegt Zahlen.

Unten erklaere ich, was wirklich uebers Netz geht, welcher Teil tatsaechlich Daten braucht, was sich im Ausland aendert und wie du den echten Wert auf deinem eigenen Handy pruefst, statt mir einfach zu glauben. Und ich sage ehrlich, in welcher Situation die Antwort anders ausfaellt.

Was tatsaechlich uebertragen wird

Wenn dein Handy seinen Standort teilt, sendet es eine kleine, strukturierte Nachricht. Zwei Koordinaten, ein Zeitstempel, eine Genauigkeitsangabe, meist der Akkustand und eine Kennung, welches Geraet das ist. Mehr ist es im Kern nicht. Als Klartext wuerde das bequem in eine einzige SMS passen.

Vergleich das mit Dingen, die du ohnehin jeden Tag tust. Ein einziges Foto im Familienchat ist tausendfach groesser. Eine Minute Video noch mehr. Eine normale Nachrichtenseite mit Bildern ist groesser als ein ganzer Tag voller Standortmeldungen. Die Einheit, die du im Kopf behalten solltest, ist nicht die Karte, sondern die SMS.

  • Standortmeldungen sind winzig und selten. Eine gut gebaute App schickt nicht jede Sekunde einen neuen Punkt. Sie meldet sich, wenn du dich wirklich bewegt hast, und bleibt still, wenn nicht.
  • Stillstand kostet fast nichts. Ein Handy, das drei Stunden auf dem Schreibtisch liegt, erzeugt kaum Verkehr, weil es nichts Neues zu melden gibt. Dieselbe Logik haelt auch den Akkuverbrauch niedrig, mehr dazu in warum Standortteilen den Akku belastet.
  • Es wird nichts Bildliches hochgeladen. Keine Fotos, keine Strassenansicht. Dein Handy schickt kein Bild davon, wo du bist. Es schickt, wo du bist.

Fuer alle, die beim Thema Datenschutz genauer hinschauen, und in Deutschland sind das zu Recht viele: Diese kleine Nachricht ist auch der Grund, warum es so wichtig ist, wer sie empfaengt. Die Datenmenge ist gering, die Information ist sensibel. Beides stimmt gleichzeitig.

Standortteilen im Hintergrund kostet etwa so viel wie deine Nachrichten. Karten anschauen kostet etwa so viel wie Surfen.

Der Teil, der wirklich Daten braucht: die Karte

Jetzt die ehrliche Haelfte der Antwort. Karten sind Bilder. Wenn du die Familienkarte oeffnest, laedt dein Handy Kartenkacheln herunter, kleine quadratische Bilder von Strassen und Gebaeuden, und es laedt neue, sobald du in einen anderen Bereich wischst oder eine andere Zoomstufe waehlst. Wer auf eine Kreuzung heranzoomt, um zu sehen, auf welcher Strassenseite jemand steht, zieht gleich einen ganzen Schwung neuer Kacheln.

Der Datenverbrauch einer Familien-App haengt also kaum davon ab, dass die App laeuft. Er haengt davon ab, wie oft du sie oeffnest und wie viel du darin herumscrollst. Wer einmal zur Abholzeit kurz schaut und wieder schliesst, verbraucht sehr wenig. Wer am Freitagabend zwanzig Minuten auf dem Sofa zoomt und mitverfolgt, verbraucht deutlich mehr.

Ein kleiner Trost ist eingebaut: Kartenkacheln werden zwischengespeichert. Die Strassen um dein Zuhause, die Grundschule und deinen Arbeitsplatz werden einmal geladen und dann wiederverwendet. Die Gegenden, die du am haeufigsten anschaust, sind also die billigsten. Teuer wird nur Unbekanntes, eine fremde Stadt, eine lange Autobahnstrecke.

Wohin dein Datenvolumen wirklich geht, der Reihe nach

  • Kartenkacheln, die du durch das Oeffnen der App anforderst. Mit grossem Abstand der groesste Anteil.
  • Zoomen und Verschieben. Jede neue Ansicht bedeutet neue Bilder.
  • Standortmeldungen deines eigenen Handys. Klein, gleichmaessig, unauffaellig.
  • Benachrichtigungen und Hinweise. Textgross, praktisch vernachlaessigbar.
  • App-Updates aus dem Store. Nicht der laufende Betrieb, aber gut zu wissen, wenn ein Monatswert seltsam aussieht.

Wie ein Monat tatsaechlich aussieht

Ich nenne dir keine genaue Zahl, denn wer das tut, raet ueber dein Leben. Der Wert haengt davon ab, wie viel du unterwegs bist, wie oft du schaust, wie vielen Personen du folgst und ob du im Pendlerzug auf die Karte starrst. Was ich dir geben kann, ist die Groessenordnung.

In einem normalen Monat liegt der Anteil des Hintergrund-Teilens im Bereich weniger Megabyte. In der Verbrauchsliste deines Handys steht er weit unten, deutlich unter deinem Messenger und weit unter allem, was Videos abspielt. Der Anteil fuer das Anschauen der Karte ist groesser und liegt komplett in deiner Hand, weil er nur entsteht, wenn du dich zum Hinschauen entscheidest.

Der hilfreichste Vergleich fuer die meisten Familien: Eine Familien-App, die einen ganzen Monat laeuft, braucht meist weniger Datenvolumen als eine Handvoll kurzer Videos im Familienchat. Wenn dein Tarif den Familienchat uebersteht, uebersteht er auch das.

Der eine Fall, in dem die Antwort anders ausfaellt

Wenn das Handy lange in einem Funkloch steckt, auf dem Land, im Keller oder auf bestimmten Bahnstrecken, versucht es Meldungen erneut zu senden, und Wiederholungen kosten etwas mehr als saubere Uebertragungen. Es bleibt wenig, aber nicht nichts. Dieselbe Ursache laesst Standorte auch veraltet oder falsch aussehen, mehr dazu in Standort falsch angezeigt.

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Roaming und Urlaub im Ausland

Im Ausland lautet die Frage nicht mehr, wie viele Daten, sondern was jedes Megabyte kostet. Die Menge aendert sich nicht. Der Preis kann sich stark aendern, je nach Anbieter und Reiseziel. Innerhalb der EU ist Roaming fuer viele Tarife unkompliziert geworden, ausserhalb, etwa in der Schweiz oder der Tuerkei, lohnt sich ein Blick in die Tarifbedingungen vor der Abfahrt.

  • Hintergrund-Teilen bleibt auch im Ausland winzig. Wenn du ueberhaupt ein Roaming-Kontingent hast, wird es nicht an Standortmeldungen scheitern.
  • Karten anschauen im Ausland treibt die Rechnung. Fremde Strassen bedeuten keine gespeicherten Kacheln, also laedt jeder Blick frische Bilder.
  • Roaming aus bedeutet: kein Teilen. Ohne Verbindung kann das Handy seinen Standort nirgendwohin schicken. Sobald es wieder im WLAN ist, geht es weiter.
  • WLAN im Hotel oder Cafe reicht. Teilen funktioniert auch nur mit WLAN gut, wie in Standortteilung ohne WLAN erklaert, dort steht auch der umgekehrte Fall.

Fuer den Familienurlaub heisst das praktisch: Teilen anlassen, Datenroaming anlassen, wenn der Tarif es erlaubt, und verabreden, dass auf der Karte abends im Hotel-WLAN gestoebert wird, nicht auf der Strasse. Das ganze Reisebild findest du in funktioniert Standortteilung im Ausland.

So pruefst du den echten Wert auf deinem Handy

Du musst keinem Artikel glauben. Beide Systeme zeigen dir genau, was jede App verbraucht hat, und das dauert keine Minute.

  1. 1Auf dem iPhone: Einstellungen, dann Mobilfunk. Scroll an den Schaltern vorbei zur Liste der Apps. Jede zeigt ihren Verbrauch fuer den aktuellen Zeitraum. Vergleich den Wert deiner Familien-App mit Messenger und Video-Apps.
  2. 2Auf Android: Einstellungen, dann Netzwerk und Internet, dann SIM oder Datennutzung, dann Datennutzung der Apps. Dort erscheint dieselbe Liste, meist mit einem Monatszyklus, den du einstellen kannst.
  3. 3Setz den Zaehler zurueck, um einen sauberen Monat zu bekommen. Bei Android kannst du den Stichtag deines Tarifs einstellen. Beim iPhone setzt sich die Statistik nur zurueck, wenn du ganz unten auf Statistiken zuruecksetzen tippst. Wurde das nie gemacht, umfasst der Wert Jahre, nicht einen Monat.

Der letzte Punkt erwischt viele. Eine sehr grosse Zahl in der iPhone-Liste bedeutet oft nur, dass der Zaehler seit der Einrichtung des Handys laeuft. Zuruecksetzen, eine Woche warten, nochmal schauen, und du hast einen Wert, dem du trauen kannst.

Wenn dein Kind einen sehr kleinen Prepaid-Tarif hat

Hier wird der Rat konkret statt beruhigend, denn ein aufgebrauchtes Datenvolumen ist eine echte Einschraenkung und keine Sorge, die man wegredet. Viele Kinder in Deutschland starten mit einem Prepaid-Tarif und kleinem Kontingent, und das ist eine vernuenftige Wahl.

Fuenf Einstellungen fuer ein knappes Datenvolumen

  • Teilen anlassen, seltener auf die Karte schauen. Der umgekehrte Reflex, Teilen ausschalten, um zu sparen, opfert den nuetzlichen Teil fuer fast keine Ersparnis.
  • Ankunftshinweise statt Kartenblick. Eine Nachricht, dass jemand zu Hause angekommen ist, sind ein paar Bytes. Die Karte zu oeffnen, um das zu bestaetigen, nicht.
  • Karte moeglichst im WLAN anschauen. Zu Hause, bei der Arbeit, im Cafe. Die Kacheln bleiben gespeichert.
  • Kein Zoomen aus Langeweile. Einem Punkt zehn Minuten lang die Strasse entlang zu folgen, ist die teuerste Gewohnheit in der App und verraet selten mehr als der Ankunftshinweis.
  • Einmal im Monat den Wert pro App pruefen. Fakten beenden Diskussionen ueber Datenvolumen schneller als Schaetzungen.

Be Closer ist kostenlos fuer iOS und Android, steht bei 4,4 Sternen aus mehr als 150.000 Bewertungen im App Store und bei Google Play, ist in 13 Sprachen verfuegbar und zeigt Standorte mit bis zu 95 % Genauigkeit, je nach Bedingungen. An der Datenfrage aendert das nichts. Es zaehlt nur insofern, als eine Familie nicht doppelt bezahlen sollte, einmal fuer die App und einmal fuer das Datenvolumen, um zu wissen, dass alle gut angekommen sind.

Die Regel in einem Satz: Deinen Standort teilen kostet etwa so viel wie eine SMS, eine Karte anschauen etwa so viel wie eine Webseite. Plane entsprechend.

Die Fragen,

Portrait of Daniel Reyes, who writes the privacy and technology guides for Be Closer
Daniel Reyes
Privacy, Trust & How It Works

Daniel covers privacy, consent and the technology under the hood. A dad who reads the settings screens so you don't have to, he believes the best family tech is the kind you can explain to your kid in one sentence, and that nothing should ever be tracked in secret.

Our guides are written by Be Closer's editorial voices and reviewed by the team behind the app. Questions? support@becloser.com

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