Be Closer
Alle RatgeberEin Elternteil und ein Kind richten gemeinsam am Kuechentisch ein Smartphone ein, daneben SchulsachenKids & Teens

Das Handy deines Kindes fuer das neue Schuljahr einrichten

Portrait of Marta Osei, who writes the Kids & Teens guides for Be CloserMarta Osei 10 Min. Lesezeit

Richtet das Handy gemeinsam ein statt fuer dein Kind, in einem Durchgang, mit Kontakten, Standortteilen, Benachrichtigungen, Grenzen und Ladegewohnheiten. Sprecht die Regeln laut aus und schreibt sie auf, bevor die Schule anfaengt. Plant eine Ueberarbeitung in den Herbstferien ein, denn die erste Fassung ist immer ein bisschen falsch.

Jeden September landet ein kleiner Stapel neuer Handys in den Haenden von Kindern, die seit Maerz danach fragen. Die meisten werden in Eile uebergeben, an einem Sonntagabend, mit einem Ladekabel und einer vagen Warnung zur Bildschirmzeit. Danach streiten alle den Oktober lang ueber die Dinge, die im September niemand eingerichtet hat.

Die Alternative dauert ungefaehr eine Stunde. Keine Stunde Kindersicherung und Sperren, in die die meisten Familien ihre Muehe stecken, sondern eine Stunde gemeinsames Einrichten und Sprechen, am Tisch, wobei das Kind das Handy haelt und tippt.

Das hier ist diese Stunde, der Reihe nach. Sie funktioniert fuer ein erstes Handy mit zehn genauso wie fuer eine Vierzehnjaehrige, die ein gebrauchtes Geraet uebernimmt. Der technische Teil dauert zwanzig Minuten. Der Rest ist das Gespraech, und das entscheidet, ob irgendetwas davon bis Weihnachten haelt.

Fang damit an, wofuer das Handy da ist

Bevor du eine Einstellung anfasst, sag laut, wofuer dieses Handy in eurer Familie da ist. Sicher nach Hause kommen, einander erreichen, etwas Musik und Freundinnen. Dieser Satz leistet echte Arbeit, denn jede spaetere Meinungsverschiedenheit laesst sich daran messen statt an deiner Laune am Donnerstag.

Frag auch dein Kind, wofuer es das Handy haelt, und hoer zu. Meistens kommt etwas darueber, nicht als Einzige ohne dazustehen, und das ist ein echtes soziales Beduerfnis und keine Albernheit. Das ehrlich zu benennen macht den Rest des Gespraechs deutlich weniger konfrontativ.

Falls du noch ueberlegst, ob dieses Schuljahr ueberhaupt der richtige Moment ist, lohnen sich vorher die Fragen in ist mein Kind bereit fuer das erste Handy. Es gibt auch einen guten Mittelweg, bei dem ein Kind erreichbar ist, ohne ein Smartphone zu besitzen, beschrieben in erreichbar ohne Smartphone.

Die technischen zwanzig Minuten

Macht das zusammen, und dein Kind tippt. Ein Kind, das sein Handy selbst eingerichtet hat, weiss, wo die Einstellungen sind. Ein Kind, das schweigend zugesehen hat, lernt nur, dass das Handy eigentlich dir gehoert.

  1. 1Zuerst Kontakte. Beide Eltern, Grosseltern oder eine Vertrauensperson, das Sekretariat und zwei Freundinnen. Richtig benannt, nicht Mama Handy 2. Das sind die nuetzlichsten zehn Minuten der ganzen Stunde.
  2. 2Notfalldaten. Trag die Notfallinformationen ein, die das Geraet anbietet, und pruef, dass ein gesperrtes Handy noch einen Notruf absetzen kann. Zeig es einmal, damit es an einem schlechten Tag nicht neu ist.
  3. 3Sperrbildschirm und Code. Ein echter Code, den du auch kennst. Keine Diskussion, eine Bedingung.
  4. 4Handy finden. Schalt die eingebaute Geraetesuche ein. Kostet nichts und ist der Unterschied zwischen verloren und wiedergefunden.
  5. 5Standortteilen. Richtet eure Familien-App so ein, dass sie vom ersten Tag an gegenseitig und sichtbar ist, statt spaeter still dazuzukommen.
  6. 6Benachrichtigungen. Fast alle aus. Diese Einstellung wirkt am staerksten auf Akku und Schlaf, und kaum jemand fasst sie an.
  7. 7App-Freigaben. Entscheidet, ob neue Apps ein Ja von euch brauchen, und stellt es entsprechend ein, statt auf Vertrauen plus Ueberraschung zu setzen.

Widersteh dem Drang, sechs Ueberwachungsprogramme zu installieren. Ein Handy voller Sperren wird zum Raetsel, das geknackt werden will, und das Kind, das es knackt, erzaehlt dir danach nichts mehr. Wenige vereinbarte Einstellungen, die dein Kind dir erklaeren kann, schlagen ein zugesperrtes Geraet jedes Mal.

Die fuenf Einstellungen, die Familien am haeufigsten vergessen

  • Notfallkontakte, ordentlich im Geraet hinterlegt.
  • Zaehler auf App-Symbolen aus fuer alles ausser Anrufen und Nachrichten aus der Familie.
  • Nachtruhe automatisch, am Handy eingestellt und nicht von Eltern kontrolliert.
  • Automatische Updates an, denn still ankommende Sicherheitsupdates sind der einfachste Gewinn ueberhaupt.
  • Ein Ladeplatz, vereinbart und koerperlich vorhanden, dazu unten mehr.

Standortteilen, von Anfang an ehrlich

Standortteilen funktioniert wunderbar in Familien, in denen es offen und gegenseitig ist, und es vergiftet das Vertrauen dort, wo es still installiert wird. Richte es also am ersten Tag vor deinem Kind ein, zeig ihm genau, was du sehen kannst, und zeig ihm, was es von dir sieht.

Datenschutz gehoert hier an den Anfang und nicht ans Ende. Sprecht darueber, wer die Daten sehen kann, wie lange sie gespeichert werden und was ihr bewusst nicht teilt, und teilt nur, was fuer den Schulweg wirklich noetig ist. Sag klar, wofuer es da ist: wissen, dass sie an der Schule angekommen ist, wissen, ob das Essen fertig sein soll, eine Mitfahrt klaeren ohne Telefonat. Sag genauso klar, wofuer es nicht da ist, naemlich samstags um 21 Uhr nachzusehen, weil du dich unwohl fuehlst.

Be Closer ist kostenlos zum Herunterladen, gibt es in 13 Sprachen, wurde mehr als 10M mal heruntergeladen und zeigt den Standort mit bis zu 95% Genauigkeit je nach Bedingungen. Praktisch heisst das fuer ein Schuljahr: genau genug, um zu wissen, dass dein Kind an der Schule ist und nicht im Einkaufszentrum, und mehr brauchen die meisten Eltern nicht.

  • Von Anfang an gegenseitig. Einseitiges Teilen liest sich als Kontrolle, egal wie du es erklaerst.
  • Klaert, wie oft ihr schaut. Die meisten Familien landen bei wenn es einen Grund gibt, und das haelt erstaunlich gut.
  • Sag, wann du geschaut hast und warum. Diese Gewohnheit haelt die Sache normal.
  • Passt es mit dem Alter an. Was fuer ein Kind mit elf passt, beleidigt eine Fuenfzehnjaehrige, und mit Teenagern ueber Standortteilen sprechen beschreibt diesen Uebergang.
Eine Karte, die die ganze Familie sieht, ist ein gemeinsames Werkzeug. Eine Karte, die nur eine Person sieht, ist etwas anderes.

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Akku-Gewohnheiten, denn ein leeres Handy ist kein Plan

Jede Absprache, die ihr in diesem September trefft, setzt um 16 Uhr ein Handy mit Ladung voraus. Diese Annahme faellt staendig um, und am haertesten bei den Kindern, die am ehesten erreichbar sein muessten, weil genau die in der Pause Videos schauen.

Loest das mit Gewohnheiten statt mit Vortraegen. Ein Ladeplatz, der nicht das Kinderzimmer ist, eine Regel zum Einstecken nach dem Nachhausekommen, und eine Zielzahl statt einer vagen Anweisung. Bei uns sind es fuenfzig Prozent beim Verlassen des Hauses, was ein Kind in zwei Sekunden pruefen kann und was sich leicht loben laesst.

  1. 1Nachts ausserhalb des Zimmers laden. Besserer Schlaf und ein volles Handy, aus einer Entscheidung.
  2. 2Vor dem Rausgehen auf die Zahl schauen. Macht es zum Teil der Schuhe-und-Tasche-Routine.
  3. 3Benachrichtigungslaerm ausschalten. Der groesste stille Verbraucher auf den meisten Kinderhandys sind hundert Apps, die sich melden.
  4. 4Eine kleine Powerbank ueberlegen fuer lange Tage mit Verein, guenstiger als ein Halbjahr verpasster Anrufe.
  5. 5Klaeren, was bei null passiert. Wohin, wessen Handy, welcher Satz. Das ist der Plan, auf den es wirklich ankommt.

Es lohnt sich auch zu wissen, was wirklich Akku frisst und was nicht, denn Kinder geben dazu viele Schulhoftheorien weiter. Verbraucht Standortteilen wirklich Akku hat die ehrliche Antwort, und wenn das Handy des Kindes leer ist beschreibt den Rueckfallplan fuer den Tag, an dem es trotzdem passiert.

Das Regelgespraech, und es aufschreiben

Jetzt der Teil, den alle ueberspringen. Vereinbart die Regeln laut, gemeinsam, und schreibt sie auf eine Seite Papier. Kein Vertrag mit Unterschriften, das finden Jugendliche leicht laecherlich, sondern eine gemeinsame Notiz, auf die beide spaeter zeigen koennen, ohne dass es persoenlich wird.

Fuenf oder sechs Zeilen reichen. Wo das Handy schlaeft. Wann es weggelegt wird, meistens beim Essen und bei den Hausaufgaben. Was passiert, wenn es verloren geht oder kaputt ist. Was zu tun ist, wenn jemand Fremdes schreibt. Und was dein Kind von dir erwarten darf, wozu gehoert, dass du nicht routinemaessig Nachrichten liest.

Zeilen, die hineingehoeren

  • Es laedt nachts ausserhalb des Zimmers. Nicht verhandelbar, und die Regel, die sich am schnellsten auszahlt.
  • Sag uns Bescheid, wenn dich etwas beunruhigt, und du verlierst das Handy dafuer nicht. Diesen Satz zweimal sagen.
  • Geh ran, wenn ein Elternteil anruft. Nicht jede Nachricht, aber ein Anruf.
  • Wir sehen gegenseitig unsere Standorte. Klar gesagt, denn es ist eine Regel und kein Geheimnis.
  • Wir schauen das in den Herbstferien nochmal an. Damit wird aus einem Urteil ein Entwurf.

Die letzte Zeile ist wichtiger als alle anderen zusammen. Die erste Fassung jeder Handyabsprache ist ein bisschen falsch, weil du ueber eine Phase raetst, die dein Kind noch gar nicht begonnen hat. Das laut zu sagen senkt die Temperatur enorm und macht aus der Ueberarbeitung ein normales Ereignis statt eines Rueckziehers.

Dann gib es ihm und lass es sich freuen. Ein neues Handy soll sich anfuehlen wie etwas Gutes, das mit ein paar Regeln kam, und nicht wie eine Bewaehrungszeit. Richtet es im September richtig ein, ueberarbeitet es im Oktober, und ihr verbringt den Rest des Schuljahres damit, es zu benutzen statt darueber zu streiten.

Die Fragen,

Portrait of Marta Osei, who writes the Kids & Teens guides for Be Closer
Marta Osei
Kids & Teens

Marta writes our Kids & Teens guides. Mother of two, professional over-preparer, firm believer that independence is a skill you practice, together first, then alone. She has road-tested every checklist in her own hallway at 7:40am.

Our guides are written by Be Closer's editorial voices and reviewed by the team behind the app. Questions? support@becloser.com

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